Schluss mit der Hetze gegen den Lokführerstreik! Solidarität!

Dienstag, 4. November 2014

Früher war die Welt noch einfach! Da waren Lokführer Beamte, und die Bahn fuhr einigermaßen zuverlässig. Doch das reichte einigen nicht. Denn damit ließ sich nur wenig Profit machen.
Also wurde getrommelt - für eine Privatisierung der Bahn, durch die angeblich alles besser werden würde. Viel wurde versprochen: Mehr Arbeitsplätze, billigere Bahntickets, besserer Service - ein wahres Wunderwerk.
Die Realität ist ernüchternd!


Privatisierung zerschlägt alles!
Es gab Massenentlassungen. Auf einmal tauchten Leiharbeitsfirmen und Subunternehmen auf. Löhne wurden gedrückt, Arbeitszeiten verlängert. Manche Lokführer müssen solange arbeiten, bis ihnen die Augen zufallen. Jüngstes warnendes Beispiel war das schwere Zugunglück in Mannheim, wo ein übermüdeter Leiharbeits-Lokführer einer Privatfirma mehrere Signale übersah und in einen ICE raste. Der Mann war 60 Jahre und musste noch ewig lange Schichten ableisten, statt in Rente gehen zu können. Doch manche wollen die Rente mit 70. Dann werden wir uns wohl daran gewöhnen müssen, dass Lokführer sich mit Krückstock oder Rollator zum Führerstand der Lok hinquälen. Und künftig will ja auch die Lufthansa/ Germanwings Piloten zwingen, bis 60 in der Flugzeugkanzel zu sitzen. Dabei weiß jeder, dass in diesem Alter Konzentration und Leistungsfähigkeit abnehmen.
Bahnstrecken wurden still gelegt, weil sie keinen Profit brachten. So wurden ganze Regionen vom Bahnverkehr abgehängt.
Das Material wurde jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren, um die Bahn „börsenfähig" zu machen. Die Konsequenz: Heute sind Loks und Wagen alt und anfällig. Schienen, Brücken und Tunnels sind in erbärmlichem Zustand.
Auch die Kunden der Bahn leiden. Bahnhöfe sind verdreckt und heruntergekommen oder in Shoppinghallen verwandelt worden. Verspätungen? Manchmal sind pünktliche Züge die Ausnahme. Klimaanlagen fallen aus, Toiletten in den Waggons sind geschlossen, weil das Material veraltet und verrottet ist.
Die Bahnbetriebswerke, wo Waggons und Loks gewartet werden, werden personell ausgedünnt oder ganz geschlossen.
Die Arbeiter bei der Bahn schuften an ihrer Leistungsgrenze. Aber den Herren der Bahn reicht das nicht. Sie wollen mehr Profit. Denn obwohl die Bahn noch zu 100% dem Staat gehört, ist sie eine AG und verhält sich auch so.


Lokführer verteidigen ihre Haut
Die Lokführer haben einfache Forderungen. Sie wollen mit ihren Familien menschenwürdig existieren können. Sie wollen keine Endlos-Schichten fahren und ihre Gesundheit ruinieren. Die Bahn verweigert sich und will die GdL als aufmüpfige Gewerkschaft, die wirklich entschlossen auftritt, ausschalten. Wer aber in Zukunft sicher und unter menschenwürdigen Bedingungen Bahn fahren will, der sollte die Lokführer unterstützen. Je mehr Solidarität sie erfahren, desto eher wird der Bahnvorstand gezwungen, auf ihre berechtigten Forderungen einzugehen. Solidarität hilft also, die Streiks rasch erfolgreich zu beenden.


Die Forderungen der Lokführer:
* 5 % mehr Entgelt (eine eher mäßig Forderung!)
* Arbeitszeitverkürzung um 2 Stunden auf 37 Stunden
* Verbesserte Arbeitszeit- und Schichtbedingungen, so Rückführung der maximalen Fahrzeit um 1 Stunde auf 8 Stunden, Beschränkung der Überstunden auf 50 im Jahr und anderes mehr.
Das ist im Interesse aller Beschäftigten und der Bahnkunden, die sicher transportiert und nicht von übermüdeten
Lokführern gefahren werden wollen.


Streikrecht abschaffen?
Die Medien hetzen, Streik sei Erpressung. Arbeitsministerin Nahles (SPD) will ein „Tarifeinheitsgesetz" durchpeitschen, mit dem das Streikrecht extrem beschnitten und weitgehend abgeschafft wird. Es soll künftig nur noch große, staatlich geschützte Gewerkschaften geben, die brav am Gängelband der Konzerne sind und von „bösen" Streiks absehen. Dabei sind Streiks die einzige Waffe der Arbeiter und Angestellten, um überhaupt ihre Forderungen durchzusetzen. Streikrecht ist ein hart erkämpftes Grundrecht. Die SPD verrät es. Der Bahnvorstand hetzt, die „GDL läuft Amok". Das sagen Leute, die sich selbst gerne mal ihre Bezüge um 50 oder mehr Prozent heraufsetzen und zig Milliarden Euro für unsinnige Großprojekte wie Stuttgart 21 verpulvern. Dieser Bahnvorstand verdient unsere Wut und unseren Protest!
Streikrecht verteidigen!
Solidarität mit den Lokführern!


Dieser Text als Flugblatt zum Ausdrucken hier!

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
Schluss mit der Hetze gegen den Lokführerstreik! Solidarität!
Dieser Artikel wurde 1388 mal angesehen.