Aufruf zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2005

Der Aufruf zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, den wir hier dokumentieren wurde von „Arbeit Zukunft“ unterschrieben:

1919 wurden
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Das Grauen des
I. Weltkrieges hatte ihre ohnehin unversöhnliche Feindschaft gegen jene
vertieft, denen der Krieg bekam, wie eine Badekur. Ein
Vierteljahrhundert später begannen die Kriegsprofiteure den
II. Weltkrieg, dessen Beendigung sich am 8. Mai 2005 zum 60. Mal jährt.
Das ist das historische Umfeld, in dem der Bundesverband der deutschen
Industrie vom Kanzler fordert: »Die Transformation der Bundeswehr von
einer klassischen Verteidigungsarmee hin zu hochmobilen
Interventionskräften ist zwingend erforderlich«.

Rosa Luxemburg
und Karl Liebknecht ehrend demonstrieren wir gegen imperialistische
Kriege als den aggressivsten Ausdruck der kapitalistischen
Globalisierung. Wir wehren uns gegen US-amerikanische
Weltherrschaftspläne; ebenso gegen jegliche imperialistische
Bestrebungen Deutschlands, der EU und der NATO und lehnen nicht zuletzt
deshalb den vorliegenden europäischen Verfassungsentwurf ab. Wir
demonstrieren gegen den untrennbar mit horrenden Rüstungsausgaben
verbundenen rapiden Sozialabbau. Die Agenda 2010 ist Ausdruck asozialer
Politik.

Wir wehren uns
gegen Demokratieabbau und gegen sich verfestigende faschistoide
Tendenzen. Wir demonstrieren gegen Nazis, Rassismus, Antisemitismus und
Nationalismus. Wir werden zeigen, dass wir dem Antifaschismus, der
internationalen Solidarität und dem Humanismus auf besondere Weise
verpflichtet sind.

Wir – Linke
unterschiedlicher Strömungen – werden am 9. Januar 2005 friedlich
unsere Standpunkte und Forderungen bekunden. Der Protest auf der Straße
ist nötiger denn je. Wir rufen zu einem breiten Bündnis auf.