Iran: Gewerkschaftsführer soll erneut ins Gefängnis

Freitag, 17. Februar 2017

Reza Shababi, Vorstandsmitglied der Busfahrergewerkschaft soll ins Gefängnis

Reza Shababi, Mitglied der Leitung der Gewerkschaft der Busfahrer von Teheran und Umgebung, soll nach mehreren Gefängnisaufenthalten erneut hinter Gittern.
Er wurde im Juni 2010 wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten inhaftiert. Das Islamische Revolutionsgericht klagte ihn an, „Propaganda gegen den Staat" gemacht und gegen „die nationale Sicherheit gehandelt" zu haben. Im April 2012 wurde er zu 6 Jahren Haft verurteilt. Darüberhinaus wurden ihm gewerkschaftliche Aktivitäten für 5 Jahre untersagt.
Im Gefängnis wurde Reza Shababi brutal misshandelt. Er wurde verprügelt und über Monate in Isolationshaft gesteckt. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich dadurch sehr schnell. Er bekam Hals- und Rückenschmerzen sowie Taubheit Händen und Beinen. Obwohl medizinische Untersuchungen ergaben, dass er eine Rücken-OP benötigte, wurde ihm dies verweigert, weil dies außerhalb des Gefängnisses hätte gemacht werden müssen. Reza Shababi trat mehrfach in einen Hungerstreik, um gegen die Misshandlungen und die Behandlung der politischen Gefangenen zu protestieren. Dank Druck im Land und international wurde ihm im Januar 2013 erlaubt, sich außerhalb des Gefängnisses behandeln zu lassen. Er wurde jedoch im April 2013 gezwungen, seine Haftstrafe fortzusetzen. Seine gekürzte Haftstrafe hatte er im Mai 2015 abgesessen und kam frei. Doch die Islamische Republik will Reza Shababi erneut in dem verrufenen Evin Gefängnis inhaftieren. Der Grund: Angeblich sei der medizinischen Behandlung außerhalb des Gefängnisses nicht zugestimmt worden.
Die Islamische Republik Iran hat große Angst vor der Bildung unabhängiger Arbeiterorganisationen. Sie sieht das Ende ihre parasitären Lebens nahen, wenn sich die Arbeiterklasse und das Volk vereinigen. Daher versucht sie jede Bemühung zur Bildung demokratischer und unabhängiger Arbeiterorganisationen zu ersticken, verhaftet Arbeiteraktivisten und zerrt sie vor Gericht, weil sie angeblich die „nationale Sicherheit" bedrohen. Doch der Kampf zur Bildung von Gewerkschaften hat im Iran eine lange Tradition. Die Verhaftungen und Gefängnisstrafen durch das Schah-Regime wie auch durch die Islamische Republik können diesen Kampf nicht aufhalten.
Die Partei der Arbeit Irans (Toufan) verurteilt die Verhaftungen, Misshandlungen, den Druck und die Drohungen, Folter und Haftstrafen für Reza Shababi und alle Arbeiter-Aktivisten. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen. Wir rufen alle Bruderparteien und -organisationen, demokratische und fortschrittliche Kräfte, Gewerkschafter und freiheitsliebende Menschen auf, das kapitalistische Regime der Islamischen Republik Irans für seine Versuche, Reza Shababi erneut zu inhaftieren, und für seine anderen Verbrechen zu verurteilen. Wir rufen Euch auf, unsere Forderung nach Freilassung aller inhaftierten Arbeiter-Aktivisten und politischer Gefangener zu unterstützen.

Sofortige und bedingungslose Freilassung aller Arbeiter-Aktivisten!
Es lebe der Kampf der Arbeiter im Iran!

Partei der Arbeit Irans
11. Februar 2017

(Leicht gekürzte Fassung)

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
Iran: Gewerkschaftsführer soll erneut ins Gefängnis
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