Ist es wichtig, woher ich komme? Für die Einheit der Arbeiter/innen und Angestellten

Montag, 1. Mai 2017

Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber – endet ihre Schlächterei´n, reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein…. So dichtete der legendäre Bertolt Brecht. Zurzeit passiert gerade das Gegenteil: Nationalismus lässt die Solidarität bröckeln. AFD, Pegida, NPD-Faschisten etc. hetzen „gegen Ausländer“ oder „Flüchtlinge“! Ein „Nein!“ oder ein „Ja!“ sollen unter Menschen türkischer Herkunft wichtiger sein als unsere Klassensolidarität? Nein und nochmals Nein!

Seit Jahren leben, arbeiten, leiden, feiern und kämpfen wir hier im Land gemeinsam. Aus zig Ländern kamen wir, wurden Arbeiter und Angestellte der kapitalistischen Unternehmen. Wenn wir uns einig waren, haben wir in den Kämpfen der letzten Jahrzehnte Großartiges geschafft: 35 Stunden Woche! Zahllose Lohnerhöhungen, die Verteidigung ungezählter Arbeitsplätze, Pausenregelungen. Gemeinsam schlugen wir die Angriffe von Kapital und Regierung auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zurück, die vor 51 Jahren in einem der größten Streiks der Geschichte dieses Landes erkämpft wurde.

Nie mussten wir unsere Herkunft, unsere unterschiedlichen Kulturen und Religionen, unsre bunten Traditionen, aber auch unsere verschiedenen politischen Überzeugungen verleugnen. Aber für unsere Solidarität und Einheit haben wir sie gegenseitig respektiert, zurückgestellt. Wir haben gelernt, uns in den Fabriken, Werkstätten, in den Büros und Kantinen über alle Schwierigkeiten hinweg die Hände zu reichen!

Das Recht, uns in Gewerkschaften solidarisch zu organisieren, ist uns heilig! Nur selbstbewusst, gemeinsam, solidarisch und nur kämpferisch bilden wir diese Arbeiterklasse, die all die Werte schafft, auch den Mehrwert, den die Eigentümer des Kapitals, der Fabriken und Unternehmen zu ihrem Privatprofit machen.

Aber: „Unsre Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn solang´ sie uns entzweien, bleiben sie ja unsere Herrn!“ Nochmal Bertolt Brecht!

Herren mit großem Maul, die privat über Milliarden Dollar verfügen, in protzigen Palästen, mit Dienstpersonal und Bodyguards wohnen, behaupten plötzlich, sich für uns Arbeiter und Angestellte zu interessieren. Allerdings nur für Amerikaner („America first!“) oder für nur für Ungarn, oder nur für Briten oder nur für Türken! Die anderen – das sind gefährliche Sozialbetrüger, Verbrecher, Terroristen, Verräter.

Die Trump, Orban, Kascynski, May, Merkel und Erdogan - sie versprechen uns das Blaue vom Himmel! Allerdings nur für die aus ihrer Nation! Sie behaupten Arbeitsplätze zu verteidigen und Millionen neue zu schaffen, allerdings nur für die Kollegen ihrer Nation.

Oops? Für uns wollen sie sein, aber das, was uns stets stark macht, unsere Solidarität über alle Grenzen, über alle Nationalitäten und Kulturen hinweg, die wollen sie nicht?! „Illegale rigoros abschieben!“ - mit so etwas ködern sie uns. Die ärmsten Schlucker sollen unsere Feinde sein? Wer hat ihre Heimat in Krieg, Chaos und Verwüstung gestürzt? Woher hat Trump eigentlich seine Milliarden? Woher Erdogan sein tolles Leben? Aber wir sollen uns gegen Bruder und Schwester aufhetzen lassen? Solidarität über alle Grenzen hinweg hat uns stark gemacht! Spaltung, Hetze, widerwärtiges Treten nach Bruder und Schwester macht uns selbst schwach. Erst trifft es die anderen – als nächstes aber bist Du selber an der Reihe!

Lassen wir uns nicht vor den Karren dieser Typen spannen. Wer glaubt im Ernst, Milliardär Trump, bei dem sich seine Milliardärskumpel die Türklinke des Weißen Hauses in die Hand drücken, würde sich für uns interessieren? Fast hätten schon nach wenigen Tagen bis zu 24 Millionen amerikanischer Kollegen durch eine Trump-Unterschrift ihre Krankenversicherung verloren!

Wer glaubt im Ernst, Erdogan in seinem mit Steuern illegal gebauten Palazzo Prozzi hätte ein Herz für sozial Schwache? Haben streikende Kolleg/innen in seinem Land die gewerkschaftliche Freiheit, die sie in der Türkei so nötig brauchen, wie wir hier? Soviel wir wissen – Nein!

Deshalb: lassen wir uns nicht gegen einander hetzen! Nur Solidarität macht uns stark! Neben mir stehen meine Schwester, mein Bruder, die fetten Bonzen steh´n auf er anderen Seite

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Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
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