Korrespondenz/ Buchbesprechung: Donald J. Trump: GREAT AGAIN!

Mittwoch, 21. Juni 2017

Er hat es tatsächlich auch bei uns in die Bestsellerlisten geschafft! Ich gehe aber davon aus, dass viele Leser sich das „Werk" nicht gekauft haben, weil sie Anhänger des Autoren sind, sondern - wie ich - weil sie über den Gegner Bescheid wissen wollen. Ich habe das Buch nicht nur einmal gelesen, aber es gibt Gerichte, die schmecken auch nach mehrfachem Essen nicht besser...
Ich werde nur auf einiges, was mir Verdauungsprobleme bereitet hat, eingehen, auch weil nicht nur in den USA viele Menschen das Buch doch ernst nehmen:
Die Politik vieler US-Regierungen war nicht immer einfach zu berechnen, das wird auch in Zukunft nicht anders sein. Was schreibt nun Präsident Trump? (Übrigens: die Texte des Buches wurden alle geschrieben, bevor er Präsident wurde – sage keiner, er habe es nicht gewusst!). Ich greife einige mir wesentlich erscheinende Aussagen des Buches der Reihenfolge nach auf, meist ohne sie zu bewerten. Das mag die/der Leser(in) (von AZ !) tun.
Zur Außenpolitik schreibt Trump: „Meine Herangehensweise an die Außenpolitik beruht auf einem starken Fundament: Von einer Position der Macht aus agieren. Und das bedeutet: Wir müssen das stärkste Militär der Welt unterhalten, und zwar das mit Abstand stärkste." (S. 48 *)
„Amerika ist das mächtigste Land der Welt. ‚Iron Mike' Tyson formulierte seine Philosophie einmal so: ‚Wir werden den Einfluss, den wir haben, dafür nutzen, die Lage so zu verändern, dass es zum Vorteil Amerikas ist.'" (S.62)
Die Schlussfolgerung aus allem Getöse fasst Trump so zusammen.
„Also erkläre ich der anderen Seite nicht, was ich da gerade tue. Ich warne sie nicht. (...) Ich bin gerne unberechenbar." (S. 64)
Zur Energie- und Umweltpolitik hier nur ein Zitat: „Wenn Sie sich unsere Geschichte ansehen, werden Sie feststellen, dass wir die schwersten Tornados in diesem Land in den 1890er Jahren hatten und die meisten Wirbelstürme in den 1860er und 1870er Jahren auftraten. Ein starker ‚Wechsel' des Klimas ist nichts Neues. Wir hatten sogar Eiszeiten. Ich glaube nur schlicht nicht, dass sie von Menschen verursacht werden." (S. 80)
Trump schreibt weiter, es sei Verschwendung, für Umweltschutz überhaupt Geld (Dollars) auszugeben.. Nun, „Geld" ist ja heutzutage bekanntlich für Superreiche vor allem dazu da, ihnen ein Leben in Luxus zu ermöglichen, während Abermilliarden Menschen im Elend leben und sterben – früher war Geld hauptsächlich ein Hilfsmittel für die Warenzirkulation. Die „Verdammten dieser Erde" sind nach Auffassung der „Trumps dieser Erde" allerdings zu Recht da unten – wären sie tüchtig, wären sie ja oben!
Die Auslassungen Trumps zum Klimawandel lassen nur den Schluss zu: Wir feiern so lange, bis alles im Eimer ist, nach dem Motto des Nazis Hermann Göring: „Wenigstens 12 Jahre anständig gelebt."
Zu Trumps Arbeitsweise: „Ich werde auch künftig das sein, was ich all die Jahre schon war: Der lauteste Cheerleader für Amerika, und zwar für ein Amerika, das gewinnt." (S. 159)
Beim Lesen des Buches kommt bei mir das Gefühl auf: Hier gibt es keine Antworten, sondern nur Frontalangriffe auf Regierungen wie die Russlands, der VR China, Mexikos und anderer Länder – Bush's „Achse des Bösen" ist allerdings länger geworden. Trump sagt nicht genau, was er vorhat, es erscheint mir als neoliberaler und nationalkonservativer Text. Also: Jeder muss hart arbeiten, andernfalls wird sie/er gefeuert; das wiederum ist die kapitalistische, negative Auslegung des Sprichworts „Jeder ist seines Glückes Schmied". Jawohl, Herr Trump: Wir sind unseres Glückes Schmied und nicht Leute wie Du, aber wenn wir das tun, wird Dir das gar nicht gefallen!!
Dagobert – äh, ich meine natürlich Donald J. Trump schreibt genau das, was „das Kapital" will und vorhat, er gehört ja selbst dazu! Antworten darauf, wie seine Regierung die inneren Probleme der USA lösen will, gibt Trump überhaupt nicht und das ist ja sogar den bei uns Herrschenden und ihren Medien schon nach seinem Amtsantritt aufgefallen. Taten allerdings gibt es: Seit er bomben lässt, handelt er laut „unseren" Medien und Politikern wie ein Präsident...


Noch ein Nachsatz von mir für alle, die es noch nicht wussten: Trump ist nicht Präsident von Amerika sondern nur (!) Präsident der USA! Das haben bei uns auch eine ganze Menge Medien noch nicht begriffen.

* Mir fällt es schwer, denn ich möchte nicht in den Verdacht geraten, Werbung zu machen , aber die Korrektheit erfordert es: Zitiert habe ich aus der auf Deutsch im Plassen Verlag Kulmbach erschienenen 4.Auflage 2017

A., Kassel

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
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