Welche Perspektiven bietet uns die Bundeswehr?

Montag, 17. Juli 2017

Ab November kannst Du Dir das abschminken!

So lautet der Werbespruch für eine Propagandasendung, mit der die Bundeswehr versucht, junge Menschen anzusprechen und sie zu rekrutieren. Mit dabei sind auch einige junge Frauen. Die Bundeswehr will damit suggerieren, dass Frauen bei der Bundeswehr als „Kameraden“ gleichberechtigt sind und auch Führungspositionen einnehmen können. In der Bundeswehr, so wird behauptet, gäbe es auch das, was im Realkapitalismus bis heute nicht umgesetzt werden konnte:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Was sie bei ihrer Propaganda freilich verschweigt, sind mehrere Fälle sexueller Belästigung von weiblichen Rekruten.

Zuletzt wurde bekannt, dass die Ausbilder der Staufer-Kaserne in Pfullendorf (Baden-Württemberg; bis 2013 nach dem Nazigeneral Werner von Fritsch benannt) junge Rekrutinnen dazu zwangen an einer eigens dafür installierten (!) Pole-Stange zu tanzen. Bei anderen „Lehrgängen“ mussten sich die Rekrutinnen und Rekruten nackt ausziehen, wurden auf erniedrigende Art und Weise „abgetastet“ und dabei gefilmt. Anstatt die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, hat man sie lediglich versetzt, teilweise sogar in Eliteeinheiten befördert.

Offensichtlich ist die Bundeswehr ein sicherer Hafen für Sexualstraftäter und Sadisten.

Fazit: Wer nicht masochistisch veranlagt ist, sollte sich diesen Verein tatsächlich abschminken!

 

Hier lernst Du den Unterschied zwischen führen und vorführen!

In derselben Kaserne in Pfullendorf kam es auch zu weiteren erniedrigenden Ritualen. So wurden bei der Ausbildung für den Sanitätsdienst Rekruten beiden Geschlechts Tampons anal eingeführt. Wieder filmten die sadistischen Ausbilder das Geschehen. Vorfälle wie diese haben Tradition bei der Bundeswehr und tatsächlich in vielen imperialistischen Armeen – es geht nicht nur um die Perversionen einzelner Ausbilder. Es geht darum den Willen und die Würde der Rekruten zu brechen, um sie damit wie totes Fleisch in willenlose Vollstrecker angeblich „höherer“ Ziele zu verwandeln. Schon im 19. Jahrhundert prägte man dafür das Wort „Kadavergehorsam“.

Wer seine Geschicke in die eigene Hand nehmen will, der sollte lieber langfristig einen anderen Beruf ergreifen. Aber wer sich dennoch bewusst dafür entscheidet - beispielsweise einen freiwilligen Wehrdienst für ein Jahr abzuleisten - sollte sich im Klaren sein, welchen Charakter diese Armee hat und die Zeit nutzen, möglichst viel darüber zu lernen, wie die herrschende Klasse ihren Machtapparat aufbaut und benutzt.*

 

Was sind schon 1000 Freunde im Netz gegen einen Kameraden?

Diese Mentalität bedingungslosen soldatischen Gehorsams war schon immer für Faschisten aller Couleur anziehend. Nicht zuletzt waren es schließlich auch Nazis, die die Bundeswehr in ihrer derzeitigen Form aufgebaut und die Wiederaufrüstung gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt haben. Zuletzt flog im Mai eine Terrorgruppe um mehrere Bundeswehrstudenten auf, die Todeslisten erstellt hat. Der Hauptverdächtige Franco A. hat sich dazu als syrischer Flüchtling getarnt und wollte den Anschlag gleichzeitig dazu nutzen, Stimmung gegen Flüchtlinge zu schüren. Er war der Bundeswehr seit vielen Jahren als Neonazi bekannt, u.a. durch seine Masterarbeit, wurde jedoch von Vorgesetzten gedeckt.

Nach dem Aufliegen der faschistischen Terroristen fand man „plötzlich“ lauter Nazidevotionalien in seiner Illkircher Kaserne, u.a. in einem Gemeinschaftsraum. Die Bundeswehr bezeichnete dies als „Traditionspflege“, auch wenn es durch den öffentlichen Druck nun nötig wird einige Bilder von den Wänden abzuhängen.

Ganz und gar nicht „traditionsstiftend“ war und ist für die Bundeswehr der antifaschistische Widerstand gegen die Nazis. Warum sonst hat man nach der Eingliederung der NVA-Kasernen, durchweg alle Kasernen in Ostdeutschland, die den Namen antifaschistischer Kämpfer trugen, umbenannt?

Unserer Meinung nach ist jeder „Kamerad“ in der Bundeswehr einer zu viel!

 

Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst!

Doch wozu werden in der Bundeswehr junge Menschen entwürdigt und werden faschistische Killer-Kommandos gehätschelt, wenn es der Bundeswehr, nach eigenen Worten, um die „Verteidigung der Freiheit“ geht? All das wäre nicht nötig, wenn die Befehlshaber nicht den Widerstand und Freiheitsdrang der jungen Menschen fürchten würden, denn seit vielen Jahren muss die Bundesregierung Kriege und Einsätze gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung durchsetzen. Doch sie werden nicht nur gegen den Willen, sondern auch gegen das Interesse Deutschlands durchgeführt. Im so genannten „Weißbuch zur Sicherheitspolitik 2016“ schreibt die Bundesregierung freimütig, worum es wirklich geht: „Prosperität unseres Landes und Wohlstand unserer Bürgerinnen und Bürger hängen auch künftig wesentlich von der ungehinderten Nutzung globaler Informations-, Kommunikations-,Versorgungs-, Transport- und Handelslinien sowie von einer gesicherten Rohstoff- und Energiezufuhr ab.“ Nach Hartz IV und Co wissen wir, dass wenn die herrschende Klasse von der „Sicherung des Reichtums der Bürger“ spricht, vor allem ihr eigener Reichtum gemeint ist!

Bundeswehr: Wir kämpfen fürs Kapital!

Weltfrieden defekt. Techniker (m/w) gesucht!

Besonders deutlich wurde dies, als die Bundesregierung während der Ukrainekrise versucht hat, pro-westliche – vor allem pro-deutsche – Politiker in der Führung der Ukraine zu installieren. Letzteres gelang ihr nicht, doch schließlich gelang der Abschluss eines EU-Assoziierungsabkommens, das die wirtschaftlichen Beziehungen der Ukraine zu Russland gekappt und auch eine enge militärische Kooperation beinhaltete (AZ berichtete). Mit dieser Politik ging sie auf direkten Konfrontationskurs mit Russland. Mittlerweile rüstet die NATO entlang der Grenze zu Russland überall massiv auf. In den baltischen Staaten und Polen hat die NATO 4000 weitere Soldaten stationiert. In Litauen hat die Bundeswehr dafür das Oberkommando und es wurden bereits 450 Bundeswehrsoldaten dorthin verlegt – später sollen es bis zu 650 sein. Auch in anderen Weltgegenden, insbesondere Syrien wächst die Konfrontation mit Russland und nimmt sehr gefährliche Züge an. Geht es nach den gemeinsamen Plänen der NATO (sie werden nur demagogisch Trump allein zugerechnet), wird Deutschland seine Militärausgaben bis 2020 auf 2% des BIP, sprich um mehr als 20 Mrd. Euro, erhöhen, was zu noch mehr Auslandseinsätzen führen wird. Damit wächst die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland, sprich eines neuen Weltkriegs, beständig.

Der Weltfrieden ist defekt. Kämpfen wir für den Rückzug aller Bundeswehrsoldaten aus dem Ausland, um ihn zu reparieren!

 

*Wie steht Ihr, liebe Leserinnen und Leser, zum Thema „Freiwilliger Wehrdienst“? Gibt es vielleicht auch Vorteile? Schickt uns doch Eure Meinung zu dem Thema!

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
Welche Perspektiven bietet uns die Bundeswehr?
Dieser Artikel wurde 157 mal angesehen.