Korrespondenz: Auftaktkundgebung zum Mobilfunk-Volksbegehren in Bayern

Volksbegehren Bayern gegen MobilfunkKempten (Allgäu):

Zum Auftakt der Werbekampagne für das Volksbegehren „Für
Gesundheitsvorsorge beim Mobilfunk“ in Bayern fand am 11. Juni in der Kemptener
Innenstadt eine Kundgebung statt, die von den Mobilfunk-Initiativen im Allgäu
organisiert wurde.

Auf der Kundgebung sprachen je ein Vertreter der ÖDP
(Ökologisch Demokratische Partei), des Bund Naturschutz, der
Mobilfunkinitiativen und ein Vertreter der Kemptener Gymnasiallehrer, die das
zurzeit laufende „Volksbegehren G9“ unterstützen, das sich gegen die Verkürzung
der Gymnasialzeit um ein Jahr wendet (wir berichteten in der letzten A Z
darüber).

Es nahmen laut Zeitungsbericht rund 100 Zuhörer an der
Kundgebung teil. Für die ÖDP sprach der für das Volksbegehren zuständige
Vertrauensmann Bernhard Suttner (Landesvorsitzender), der auf die dramatischen
Hinweise auf Gesundheitsschäden bei Mensch und Tier durch die gepulste
Strahlung der Mobilfunksender aufmerksam machte. Die Häufung von Krebs und
anderen Erkrankungen im Umfeld von Mobilfunkantennen werde von Staats- und
Bundesregierung nicht ernst genommen, erklärte er. Deshalb fordere der
Gesetzesentwurf, über den im Volksentscheid abgestimmt werde, die
Genehmigungspflicht aller Mobilfunkanlagen (auch der Sendemasten unter 10 m
Höhe) durch die Gemeinden und die Verankerung der Gesundheitsvorsorge bei den
Genehmigungskriterien.

Am deutlichsten waren die Worte des Vertreters der
Mobilfunkinitiativen im Allgäu. Die Politiker in Berlin hätten „für etliche
Milliarden UMTS-Judaslohn“ die Volksgesundheit geopfert. „Die Grenzwerte werden
von den Betreibern festgelegt, da muss man sich über menschenverachtende
Technik nicht wundern“ rief er aus. Für diese klaren Aussagen, die in wenigen
Worten die Gründe für den forcierten Ausbau der Mobilfunktechnik nannten,
nämlich die Gewinnmaximierung der Konzerne Siemens, Telekom etc., gab es denn
auch anhaltenden Beifall von den Zuhörern.

Tun wir alles dazu, dass nach diesem gelungenen Auftakt das
Volksbegehren zu einem Erfolg für die Mobilfunk-Kritiker und zu einer
Niederlage für die Betreiber der Mobilfunksender und der sie unterstützenden
bayerischen Staatsregierung wird.