DGB- Aktionstag am 21.10.2006 in München: 30.000 gegen Sozialkahlschlag und Arbeitsplatzabbau!

Freitag, 3. November 2006

Korrespondenz: Gerechnet hat die Gewerkschaftsführung in Bayern mit etwa 20.000 Teilnehmern, die sich in München am Aktionstag beteiligen. Das es nun über 30.000 Teilnehmer waren und damit die größte politische Veranstaltung in München seit Jahrzehnten, dies haben selbst viele Optimisten nicht erwartet. So gesehen war dieser Tag ein großer Erfolg. Der DGB hat vor allein durch die hohe Beteiligung seiner Mitglieder, an diesem Tag endlich wieder Stärke demonstrieren können. Nun gilt es dran zu bleiben, um mit vielfältigen Aktivitäten Forderungen durchzusetzen!

Längst wurde es Zeit, dass die Gewerkschaften ihre Mitglieder, die Betroffenen von Sozialkahlschlag und von Arbeitsplatzabbau zur Aktion auf den Straßen aufrufen.

Viele Gewerkschaftsmitglieder in ganz Bayern sind dem DGB- Aufruf gefolgt, aber auch Parteien, Sozialverbände, Initiativen etc. haben sich an den beiden Kundgebungen und an der Demonstration an diesem Tag beteiligt. Sogar eine Gruppe aus der Tschechischen Republik solidarisierte sich mit den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland. Mit großem Interesse wurde unsere Zeitung und das Gemeinschaftsflugblatt von vielen Teilnehmern entgegengenommen.

Nicht zuletzt aus Eigeninteresse dürften die Gewerkschaften zu diesem Aktionstag aufgerufen haben. Die Teilnehmer des Aktionstages gingen jedoch nicht wegen Imagepflege für die Gewerkschaften so zahlreich auf die Straßen, sondern aufgrund der täglichen Attacken des Kapitals auf ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse.

Allgegenwärtig war auf diesem Aktionstag in München die Bereitschaft zu hören und zu spüren, dieser eine Tag des Protests wird nicht ausreichen. Und auch die Rednerinnen und Redner der Gewerkschaften gingen in diese Richtung. So war immer wieder die Rede von, „dies ist erst der Anfang", „heute wurde ein Signal gesetzt", und „die Weichen sind gestellt". So äußerte sich beispielsweise Ingrid Sehrbrock, die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bundesvorstandes auf der Schlusskundgebung auf dem Marienplatz:

„Das war's. Aber nur für heute. Wir bleiben dran. An der Steuerpolitik, der Rente mit 67, an der Gesundheitsreform, an Hartz an Mindestlohn und Ausbildungsplätzen."

[zu finden unter: www.dgb.de]

Die Gewerkschaftsführung wird sich die nächsten Wochen und Monate an den vagen Versprechungen und Ankündigungen, die an diesem Aktionstag mit insgesamt über 200.000 Teilnehmern in Stuttgart, Berlin, Frankfurt und Dortmund geäußert wurden, erinnern müssen. Wird die kämpferische Stimmung in der Arbeiterklasse und Bevölkerung vom DGB für gemeinsame Aktionen gegen das Kapital genutzt, um aus der Defensive zu kommen; -wird also die Gewerkschaftsführung konkretere Forderungen als bisher zusammen mit der Arbeiterklasse erarbeiten und unterstützen, oder wird nach diesem Aktionstag wieder eine Stellvertreterpolitik gepflegt?

Alle gemeinsam gegen das Kapital!

(rab)

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
DGB- Aktionstag am 21.10.2006 in München: 30.000 gegen Sozialkahlschlag und Arbeitsplatzabbau!
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