Ola schmeißt raus! Daimler schwört Vorgesetzte ein!

Vor Daimler-Zentrale Stuttgart Untertürkheim

Update

Über 10 000 Jobs stehen bei Daimler auf der Schleuder – ganz ohne „Corona“! Alle wissen es. In den Personalabteilungen werden schon Daumenschrauben für die „Freisetzung“ von Kolleginnen und Kollegen zurechtgelegt: „Daimler schult Chefs für Trennung von Mitarbeitern“, schreiben am 25./26.April 2020 die „Stuttgarter Nachrichten“.

Mit Hauptschlagzeile auf Seite 1!

Daimler-Boss Ola Källenius hat über „Corona“ den Personalabbau nicht vergessen! Die Stuttgarter Nachrichten (StuN) berufen sich auf ein internes Daimler-Papier.

Kollegin, Kollege, du wirst zu Deinem Chef „gebeten“. In 15, maximal 30 Minuten, soll Dir dein Rausschmiss per Aufhebungsvertrag klargemacht und der Ablauf erklärt werden: Keine Debatte, keine Diskussion. Deine Sorgen? Egal! Spielst Du nicht mit – Drohungen!

Die StuN ergänzen: „Wer stur bleibt, dem soll … übermittelt werden, es könne sein, dass sich >alles für dich verändert. Dann musst du in Zukunft sehen, wie du mit dieser Unsicherheit im beruflichen Umfeld umgehen kannst.< Zudem müsse … geprüft werden, welche Auswirkungen die Situation >auf die nächsten Performance-Gespräche und Feedbacks< habe. Somit wirkt sich die Verweigerung einer Unterschrift möglicherweise auf künftige Leistungsbeurteilungen des Mitarbeiters aus“.Wer nicht spurt, wird kaltgestellt!

Nett, dass Leute, die solche Papiere zusammenschreiben, auch noch offen zugeben, dass Leistungsentlohnung nicht so sehr zur Belohnung guter Leistung, sondern zur Disziplinierung, als Peitsche gegen ungehorsame Mitarbeiter/innen dient!

StuN weiter: „Dringend wird den Chefs davon abgeraten, sich von der Entscheidung zum Personalabbau zu distanzieren, obwohl sie auch selbst noch davon betroffen sein könnten.

Also liebe Vorgesetzte: Wenn morgen womöglich auch Ihr zwecks Eures Rausschmisses zu Euren Chefs gerufen werdet: Nibelungentreue bis zum bitteren Ende! Drückt die Unterschrift gegen Arbeiterin oder Arbeiter, gegen eure Angestellten durch, auch wenn die gar nicht wollen und Ihr übermorgen ihnen in die Erwerbslosigkeit nachfolgen sollt.

Wo bleibt da die Freiwilligkeit???

So sieht die Wahrheit aus über die so oft zitierten „wertgeschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Daimler“!

Daimler stellt sich auf „heftige Gegenwehr“ (StuN) ein.

Kolleginnen und Kollegen, dann wehrt Euch auch heftig!

Vorgesetzte, Meister, spielt nicht mit! Stellt Euch vor eure Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! An alle: Zum (Aufhebungs-)Vertrag gehören immer zwei Unterschriften, lasst Euch nicht pressen! Nie sofort unterschreiben. Zeit für die Beratung mit Eurer Familie, mit Betriebsrat und Gewerkschaft, mit einem Anwalt muss immer sein!

Für Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte heißt die Antwort nach sorgfältiger Überlegung: Nein!

Sollen sie dich doch kündigen! Betriebsrat und IG Metall haben die Pflicht, von Kündigung Bedrohte zu verteidigen! Außerdem:

Bei Daimler gelten Kündigungsschutzvereinbarungen! Aufhebungsverträge und Abfindungen wertet die „Arbeitsagentur“ übrigens gerne als Mitwirkung beim eigenen Arbeitsplatzverlust und können zu Leistungssperren führen! Deshalb:

* Nie allein in so ein Gespräch!

* Nehmt Betriebsräte, Vertrauenspersonen, Gewerkschafter/innen als Rückenstärkung und Zeugen stets dazu!

* Organisiert mit euren Vertrauensleuten den gemeinsamen und solidarischen Protest.

* Gegen die Drohungen helfen Solidarität und Zusammenhalt!

* Stellt willfährige Chefs gemeinsam zur Rede.

* Geht zur Beratung zum Betriebsrat!

Alle in der Industrie brauchen eine Perspektive. Angesichts des geplanten massiven Umbaus („Transformation“): Wer Arbeitsplätze erhalten will, braucht statt Rausschmiss

* Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

* Qualifikation für neue Tätigkeiten und Profile auf Kosten der Unternehmen!