100. Geburtstag des Genossen Ernst Aust: Kämpfen wir für eine starke kommunistische Arbeiterpartei!

Genosse Ernst Aust führte über viele Jahre in Deutschland den Kampf gegen die revisionistische Entartung in der verbotenen KPD, in der DDR, der SU und in andern ehemals kommunistischen Parteien an. Er baute die KPD/ML, später KPD, auf, die zu einer revolutionären Schule, auch für viele Genossinnen und Genossen von „Arbeit Zukunft“ und der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands wurde.

Ernst Aust wurde am 12. April 1923 im Hamburger Arbeiterviertel Eimsbüttel als letztes von vier Kindern geboren. Sein Vater, ein kleiner Beamter, und seine Mutter, eine Haushaltshilfe, brachten die Familie mit Mühe durch. Als junger Mensch musste er in den Krieg ziehen. Er lernte an verschiedenen Fronten das Elend des faschistischen Krieges kennen. 1944 geriet er in britische Gefangenschaft. Im Lager lernte er einen Kommunisten kennen und begann mit dem Studium des Marxismus-Leninismus. So fand er Antworten auf viele Fragen, die der faschistische Krieg bei ihm aufgeworfen hatte. Und er fand eine neue Perspektive: den Sozialismus und Kommunismus.

1948, nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft, trat er in den „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ ein und betreute die FDJ kulturell. Er wurde Mitglied der KPD und arbeitete ab 1952 in der Redaktion der „Hamburger Volkszeitung“, der Zeitung der KPD, mit. 1953 beauftragte die KPD ihn, die Zeitung „Dat Blinkfüer“ (Das Leuchtfeuer) zu übernehmen, die Zeit ihres Bestehens mit seinem Namen verbunden war. Die Zeitung entstand aus der Bewegung zur Befreiung Helgolands. Ernst Aust initiierte eine Massenbewegung, die die Engländer zwang, die Bombardierung des Großen Knechtsandes auf Helgoland einzustellen. Unter der Leitung von Genossen Ernst Aust wurde „Dat Blinkfüer“ zu einem weit verbreiteten und für die Bewegung im Norden wichtigen Kampfinstrument. Nach dem Verbot der KPD 1956 blieb die Zeitung im Norden der BRD praktisch ein legales Presseorgan der KPD. Bei der Reaktion verhasst, wurde „Dat Blinkfüer“ vom Springerkonzern dadurch zur Einstellung gezwungen, dass man jedem Kiosk oder Zeitungsladen drohte, die Belieferung mit Springerzeitungen (Bild!) zu sperren, der noch „Dat Blinkfüer“ führte.

Doch die Entartung der kommunistischen Bewegung mit der Machtergreifung Chruschtschows griff um sich und erfasste auch die verbotene KPD. 1963 begann Ernst Aust zunächst in privaten Gesprächen, dann immer offener, diese Entwicklung anzugreifen und die revolutionäre Position der Partei der Arbeit Albaniens zu verteidigen und zu verbreiten. Ab Juni 1967 erschien der „Rote Morgen“ als Zeitung der Marxisten-Leninisten in der KPD und rief diese zur Sammlung auf. Die entarteten Führer der verbotenen KPD gerieten in Panik. Im Oktober 1967 legte Genosse Ernst Aust alle seine Funktionen in der KPD nieder und wandte sich in einem offenen Brief an die Parteigenossen und die Leser des Blinkfüer.

Um den Roten Morgen sammelten sich die Marxisten-Leninisten, und am 30. Dezember 1968, 50 Jahre nach der Gründung der KPD durch Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, wurde in Hamburg die KPD/ML gegründet, deren Vorsitzender Genosse Ernst Aust bis 1983 war.

Unter dem Druck der Studentenbewegung und dem Einfluss des Maoismus hatte die die junge KPD/ML es zunächst schwer. Es gab mehrere Spaltungen. Doch Genosse Ernst Aust verteidigte den Marxismus-Leninismus, wandte sich gegen linkssektiererische Abweichungen, gegen den schädlichen Einfluss des Maoismus und orientierte die KPD/ML, später KPD, auf die Arbeiterklasse. In vielen Betrieben errangen Genossinnen und Genossen der KPD/ML große Erfolge. Rote Betriebsräte erhielten in einigen Betrieben bis zu 50% der Stimmen.

Ernst Aust war treibende Kraft beim Aufbau der illegalen Sektion DDR der KPD/ML, durch die das entartete revisionistische System in der DDR entlarvt und angegriffen wurde.

Gerade die jüngeren Genossinnen und Genossen um die „Rote Garde“, die Jugendorganisation der KPD/ML, lernten unter seiner bewussten Führung, sich auch auf dem Land, unter bäuerlichem Widerstandsbewegungen zu bewegen, in Dörfern zu agitieren und die Bedeutung dieses gesellschaftlichen Bereichs zu spüren. Es gab Ansätze zu einer organisierten Bauernarbeit um die Zeitung Revolutionäres Landvolk.

Mit der Überwindung des Linkssektierertums in der KPD, wie sich unsere Partei mittlerweile nannte, entstand vor allem im Zentralkomitee eine rechtsopportunistische, trotzkistische Strömung. 1983 wurde Genosse Ernst Aust durch den Trotzkisten Horst-Dieter Koch als Vorsitzender der Partei abgelöst. Damit begann der Niedergang der Partei.

Als 1984 die Marxisten-Leninisten in der KPD gegen den Kurs des ZK Front machten, schloss sich Genosse Ernst Aust an und kämpfte bis zu seinem Tod aktiv gegen diese zerstörerische Fraktion in der Parteiführung für die Sammlung aller Marxisten-Leninisten zum Wiederaufbau der Partei.

Mitten in dieser Auseinandersetzung starb er am 25.8.1985. Seine Freunde und Genossen trauerten um einen mutigen, bei aller Leidenschaft bescheidenen und sensiblen Kameraden, die jüngeren um einen wichtigen Lehrer. Er hinterließ meine riesige Lücke!

Nach dem Tod Ernst Austs gab es zunächst ermutigende Bestrebungen für eine erneuerte Einheit in einer Partei. Dies Bestreben kam auch in dem eindrucksvollen Begräbnis in Müden zum Ausdruck, zu dem sich viele Genossinnen und Genossen mit vielen Roten Fahnen versammelten. Leider folgte darauf aber eine zunehmende Zersplitterung und Schwächung der marxistisch-leninistischen Kräfte. Deshalb stehen wir auch heute vor der Aufgabe, den Weg, den Genosse Ernst Aust in seinem langjährigen Kampf aufgezeigt hat, weiter zu gehen und in die Realität umzusetzen: Sammlung aller Marxisten-Leninisten und Schaffung einer starken kommunistischen Arbeiterpartei. Diese Aufgabe haben sich die Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands und ihre Zeitung „Arbeit Zukunft“ gestellt. In vielfältiger Weise machen wir uns an die Erfüllung dieser Aufgabe: Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft, Teilnahme am Klassenkampf, Schulung, ideologischer Kampf gegen Opportunismus, Revisionismus und Sektierertum, Organisierung. Statt Zersplitterung und Orientierungslosigkeit brauchen wir eine Kraft und Einheit, um diese große Aufgabe zu erfüllen.

Eng mit Hamburg und Norddeutschland verbunden blieb Ernst Austs Leben und Kampf, trotz seiner starken internationalistischen Ausrichtung, seinen weltweiten Kontakten und seiner persönlichen Bekanntschaft u. A. auch mit Enver Hoxha. In den letzten Jahren seines Lebens lebte er in Müden an der Aller, nahe Celle und Braunschweig, wo sich bis heute sein Grab befindet, gemeinsam mit seiner Frau und Weggefährtin Waltraud Aust.

dm