Buchbesprechung: Wolfgang Schorlau, Der grosse Plan

Schon gespannt wartete ich auf den neuen Krimi von Wolfgang Schorlau, nachdem ich bisher alle seine Krimis mit Gewinn gelesen habe. Ich wurde nicht enttäuscht und die Spannung hielt fast bis zum Schluss des Buches an.

Wie immer ist dieser Krimi mit Privatdetektiv Denglers neuntem Fall gesellschaftskritisch und fortschrittlich politisch. Dazu irrt man gemeinsam mit Dengler dem Täter hinterher und es dauert lange, bis das Knäuel an Spuren, Indizien und Vermutungen entwirrt ist.

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Antisemitismus im deutschen Hip-Hop – ein Reizthema

Seit der diesjährigen Echo-Preisverleihung schlägt die Debatte um Antisemitismus im Hip-Hop, aber auch in der Gesellschaft im Allgemeinen, hohe Wellen. Die Rapper Kollegah und Farid Bang wurden in der Kategorie „Hip-Hop/Urban National“ ausgezeichnet. Einige andere ausgezeichnete Künstler gaben daraufhin ihre Echos zurück. Einige Stimmen fordern nun gar die Abschaffung dieses Preises. Um was geht es dabei genau?

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Das erste internationale Frauenfilmseminar, Berlin 1973

Vor fast 45 Jahren, im November 1973, fand in Berlin das erste internationale Frauenfilmseminar statt. Es wurden Filme aus vielen Ländern gezeigt. Die meisten Vorführungen waren Erstaufführungen. Die Themen waren vor allem „Frauen im Arbeitskampf, Frauen in der Darstellung der Medien, Frauen und der Paragraph 218, Sexualität, Rollenverhalten, Frauenbewegung in Europa und den USA“. Viele der Filme befassten sich mit dem Kampf von Frauen um gleiche Bezahlung, um Kinderbetreuung, Entlastung im Haushalt, Gleichberechtigung in ihren Beziehungen. Besonders in Erinnerung ist mir eine Gruppe junger Näherinnen aus Frankreich geblieben, die ihren Arbeitskampf schilderten. Ihre Aussage, dass ihre Männer sie unterstützt hätten, rief Alice Schwarzer auf den Plan, die empört war und meinte, das könne doch gar nicht sein. Männer, die ihre Frauen unterstützten, passten nicht in ihr Weltbild. Damit stand sie bei dem Seminar weitgehend allein.

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Kleine Polemik: Analog–Quatsch!

Kleines Update!

Einfach mal zwei Beispiele:

Deutschlandfunk, 15.02.2018: Bericht über ein Projekt zweier Frauen. Sie wollen ein „digitales Archiv für die Kunst der Sinti und Roma“, das RomArchiv aufbauen. Ein Kunstwerk des britischen Roma-Künstlers Daniel Baker steht derzeit ganz real in einer Ausstellung in Budapest, so der Beitrag. Wenn die vorbei ist, soll das Werk später im RomArchiv zu sehen sein, zusammen mit tausenden anderen Zeugnissen von Kunst und Kultur der Sinti und Roma in Europa, auch in verschiedenen Sprachen. Interessant, ehrenwert, durchaus kontrovers (Vgl. www.deutschlandfunk.de). Aber darum geht es hier nicht, es geht nur um die Schlussbemerkung: Die Radio-Autorin spricht die Zukunftspläne von RomArchiv an: Auf lange Sicht hofften demnach die Initiatorinnen, dass es nicht nur beim Internetprojekt bleibt. „Vielleicht irgendwann auch analog“, heißt es da. Ups!? Analog? Gemeint ist wohl: nicht-digital, ganz real, zugänglich, anfassbar.

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Antikommunistische Offensive im deutschen Fernsehen: „Tannbach“ – Neue Folgen (Jan. 2018, ZDF)

Georg von Striesow (Heiner Lauterbach) kommt in den Westen, Anna (Henriette Confurius) bleibt.

Kürzlich liefen drei neue Teile der 2015 gestarteten, erfolgreichen Reihe „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ auf ZDF. Der Spielfilm handelt vom Leben der Einwohner eines kleinen Dorfes namens „Tannbach“, an der oberfränkisch-thüringischen Grenze. Als Vorlage dient das real existierende Dorf namens „Mödlareuth“, dessen Bach „Tannbach“ heißt. Berühmt wurde der Ort dadurch, dass er ähnlich wie Berlin nach dem zweiten Weltkrieg entlang der Sektorengrenze geteilt worden ist – deswegen auch gerne „Little Berlin“ genannt

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