Die IG Metall macht eine Befragung in den Betrieben – nutzt das!

Freitag, 20. Januar 2017

Nachdem der letzte Gewerkschaftstag der IG Metall beschlossen hat, die Arbeitszeitfrage erneut auf die Tagesordnung zu setzen, führt die IG Metall vom 16. Januar bis zum 26. Februar 2017 eine große Befragung in den Betrieben durch.
Die IG Metall schreibt selbst dazu:
„Kernanliegen unserer Arbeitszeitkampagne ist deshalb das Bedürfnis der Beschäftigten nach Arbeitszeiten, die planbar und stärker durch sie selbst beeinflussbar sind.
Überstunden, Schichtpläne, Vereinbarkeit - wo drückt der Schuh? Bildung, Infrastruktur, Rente - wo muss die Politik handeln? Das wollen wir von Ihnen wissen. Unsere Befragung wird zwei Schwerpunkte haben.
Erster Schwerpunkt ist das Thema Arbeitszeit. Uns interessiert vor allem, welche Erfahrungen Sie momentan mit Ihren Arbeitszeiten machen, wo es hakt und was Sie sich wünschen. Die Ergebnisse werden betrieblich, regional, nach einzelnen Branchen und bundesweit ausgewertet. Damit wird die Arbeitszeitkampagne noch stärker betrieblich verankert.
Im Jahr der Bundestagswahl legen wir zudem einen zweiten Schwerpunkt auf allgemeine politische Themen. Mit den Ergebnissen dieses Befragungsteils werden wir unsere Vorstellungen für eine arbeitnehmerorientierte Politik, für einen Sozialstaat 4.0, öffentlich bekräftigen und uns mit diesem Votum der Beschäftigten stark und glaubwürdig in den Bundestagswahlkampf einbringen."

Die zentrale Befragung der IG Metall findet vom 16. Januar bis 26. Februar 2017 statt und wird im Betrieb durch ehren- und hauptamtliche Aktive durchgeführt.

Diese Befragung bietet die hervorragende Gelegenheit mit den Kolleginnen und Kollegen über die aufgeführten Fragen zu diskutieren. Aber auch allgemeine gewerkschaftspolitische Fragen können, sollten angesprochen werden – im direkten Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen oder, wo sich die Gelegenheit bietet, in Form einer Wortmeldung auf der nächsten Betriebsversammlung.
Wir machen einige Vorschläge (dies ist eine unvollständige Liste, sie kann, soll und muss erweitert werden), was wir bei unseren Kolleg/innen ansprechen können:
Wann hört die Teilung der Metaller nach West und Ost endlich auf? Wann steht die 35-Stunden-Woche auch in Ost-Deutschland (wieder) auf der Tagesordnung? Wann wird sie durchgesetzt?
Wie kann die Arbeitszeit, die im Tarifvertrag steht, Wirklichkeit werden? Wie können Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeitverlängerung rückgängig gemacht werden? Wie kann gegen die tägliche Erpressung durch die Geschäftsführungen zu mehr und längerer Arbeit Widerstand organisiert werden?
Was ist mit einer grundsätzlichen Verkürzung der Arbeitszeit? Was bedeutet „Humanisierung der Arbeit", wenn die Arbeitszeit trickreich verlängert wird, wenn Arbeitshetze und Arbeitsverdichtung ständig zunehmen? Was bedeutet eine Verkürzung der regelmäßigen Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche? Was kann neben dem Lohnausgleich bei Arbeitszeitverkürzungen ein im Tarifvertrag festgeschriebener Personalausgleich bewirken?
Was müssen wir tun, um uns, die Belegschaften stark zu machen?

 

Arbeit-Zukunft
Herausgegeben von der Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands
http://www.arbeit-zukunft.de
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